DIe 11 wichtigsten Führungsaufgaben

von 02/11/2020

Die 11 wichtigsten Führungsaufgaben moderner Leader*innen

 

Führungsaufgaben

 

Führungsaufgaben kennen, können und zielgerichtet ausführen. Das Leben einer Führungskraft könnte so einfach sein. Dass dahinter in Wahrheit extrem viel Komplexität steckt, wird jede Führungskraft ohne Zweifel bestätigen können. 

Welche Führungsaufgaben du als moderne Führungskraft hast, wie du sie im Idealfall ausführst und was es dabei zu beachten gilt, wollen wir dir in diesem Artikel zeigen. Viel Spaß beim Lesen!

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Was sind Führungsaufgaben

 

Führungsaufgaben sind die Aufgaben einer Führungskraft (wer hätte das gedacht?). Doch was steckt wirklich dahinter? Was unterscheidet Aufgaben von Führungskräft en von denen der Mitarbeiter*innen? Was macht Mitarbeiterführung so kompliziert und vielschichtig? Das alles erfährst du hier:

 

Was ist die Aufgabe einer Führungskraft?

Oft werden die Begriffe Management und Führung synonym verwendet. Und dass, obwohl diese Begriffe in der Führungswissenschaft klar abgegrenzt sind. Demnach ist Management ein Überbegriff, der die Leitung, Organisation und Planung durch Manager*innen im betrieblichen Kontext bezeichnet. “Führung” ist ein Teilbereich dieses Überbegriffs, der eine spezifischere, menschlichere Definition hat (die du, falls du unseren Blog verfolgst, schon in- und auswendig kennen solltest):

„Führung ist ein kommunikativer Prozess der Einflussnahme auf Mitarbeiter*innen zum Zweck zielgerichteter Leistungserstellung.“

Damit dürften auch die zentralen Aufgaben einer Führungskraft klar sein: Kommunikation und Einflussnahme. Doch das ist natürlich noch nicht alles: 

 

Welche Führungsaufgaben gibt es?

 

Auch wenn es ein klein bisschen abgedroschen klingt: Wenn du 10 Führungskräfte nach ihren Führungsaufgaben fragst, wirst du 29,7 verschiedene Antworten bekommen (ungefährer Richtwert – keine Garantie für Richtigkeit, aber ich glaube, du verstehst meinen Punkt). 

Um Führungsaufgaben zu definieren, gibt es also verschiedene Ansätze. Aus diesem Grund möchte ich dir im Folgenden einen allgemeineren und einen etwas spezifischeren:

 

Die 5 Führungsaufgaben nach Malik

 

Der österreichische Wirtschaftswissenschaftler Fredmund Malik definiert 5 zentrale Aufgaben einer Führungskraft:

  1. Für Ziele sorgen
  2. Organisieren
  3. Entscheiden
  4. Kontrollieren
  5. Menschen entwickeln und fördern

 

Ziele: Malik erklärt, dass eine Führungskraft zusammen mit den Mitarbeiter*innen wenige, messbare und motivierende Ziele erarbeiten und festlegen soll. Die Mitarbeiter*innen sollen sich hierbei selbst mit den Zielen beschäftigen und erklären, welche Ressourcen sie für die Erfüllung brauchen. Die Aufgabe der Führungskraft ist es hierbei, die Ressourcen zu ermöglichen und ggf. nachzusteuern, falls das Ziel aus den Augen verloren geht. 

 

Organisation: Malik definiert explizit 3 Anforderungen an eine wirksame Organisation: 

  1. Die Organisation muss Kunden und Kundennutzen in den Mittelpunkt stellen.
  2. Die Organisation muss gewährleisten, dass die Mitarbeiter*innen ihren Aufgaben nachgehen können. Hindernisse auf prozessualer Ebene wie zu häufige, sinnlose Meetings, Silodenken, hinderliches Micromanagement etc. müssen beseitigt werden.
  3. Nicht nur die Mitarbeiter*innen, sondern auch Führungskräfte müssen ihren Aufgaben nachgehen können, ohne darin behindert zu werden.

 

Entscheiden: Beim Thema “Entscheidungen” gibt es zahlreiche Irrtümer. Nicht immer sind schnelle Entscheidungen sinnvoll. Nicht immer bringt Harmonie-bedingter Konsens auch die beste Lösung. Nicht immer ist Einfachheit gut, Komplexität aber genauso wenig. Aus diesem Grund beschreibt Malik einige Best-Practices für die Entscheidungsfindung:

Zuerst sollte das Problem so Präzise wie nötig bestimmt werden. Dann sollten die Spezifikationen festgelegt werden, die eine Entscheidung erfüllen muss und Alternativen inklusive Folgen und Risiken sollten herausgearbeitet werden. Im Anschluss muss die Entscheidung getroffen und danach die Realisierung gewährleistet werden. 

Kontrollieren: Bei Kontrolle geht es nicht um Schikane, sondern darum, auf wertschätzende Art sicherzustellen, dass essenzielle, schwierige oder schlecht messbare Prozesse reibungslos laufen. Kontrolle darf jedoch nicht als anprangernd, sondern muss als zielführend wahrgenommen werden.

Menschen entwickeln und fördern: Eine der wichtigsten Aufgaben einer Führungskraft zur nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens ist die Entwicklung der Mitarbeiter*innen. Kompetenzen und Anforderungen im richtigen Maße zu steigern führt dazu, dass Mitarbeiter*innen leichter in Flow-Situationen kommen, was Motivation, Leistung und Zufriedenheit gleichermaßen steigert. Es geht darum, Stärken zu stärken, Mentor zu sein, Mitarbeiter*innen in den richtigen Teams zu platzieren und gezielt zu loben. 

 

Typische Führungsaufgaben der Führungsrollen

 

Eine weitere gute Möglichkeit, um die typischen Führungsaufgaben darzustellen, ist es, sich an den 6 Rollen einer Führungskraft zu orientieren:

 

Führungsaufgaben

Es ergeben sich dadurch folgende Führungsaufgaben:

  1. Als disziplinarische(r) Vorgesetzte(r) ist es die Führungsaufgabe, die Einhaltung interner oder externer Regeln und Prinzipien zu gewährleisten, um das allgemeine Unternehmenswohl zu bewahren.
  2. Als Mitunternehmer*in ist es die Hauptaufgabe einer Führungskraft, die positive Entwicklung des Unternehmens an sich zu bestärken. Dies geschieht durch das Antreiben von Innovation, durch wirtschaftliche Entscheidungen, Strategieentwicklung mit dem eigenen Team oder auch durch das Evaluieren neuer Potenziale. Die Rolle des Mitunternehmers / der Mitunternehmerin beinhaltet immer aus das Übernehmen von Verantwortung, das Mittragen der Unternehmenskultur und das Krisenmanagement
  3. Die Rolle als Coach oder Mentor*in bringt eine besonders wichtige Führungsaufgabe mit sich: Das Leisten von Hilfe zur Selbsthilfe. Als Coach muss die Führungskraft die Mitarbeiter*innen dabei unterstützen, selbst Lösungen für Probleme zu finden. Dies kann z. B. durch systemische Fragetechniken (hier geht’s zum systemischen Fragenkatalog für Führungskräfte) geschehen. In einer Hauseigenen Studie fand Google heraus, dass Führungskräfte, die diese Rolle gut ausführen, ihre Teams besonders zufrieden und Leistungsfähig machen.
  4. Die Aufgabe als Personalentwickler*in ist für Führungskräfte besonders wichtig, um die Leistungsfähigkeit der Teammitglieder zu verbessern und Mitarbeiter*innen zu motivieren. Denn nur durch eine Kombination aus hohen Anforderungen und hohen Kompetenzen ist es möglich, in den Zustand der maximalen Leistungsfähigkeit – den Flow – zu kommen. Soft-Skills und Hard-Skills sollten hier gleichermaßen geschult werden. Die (Verbesserungs-)Potenziale und Entwicklungswünsche aller Mitarbeiter*innen zu kennen, ist Grundvoraussetzung für das erfolgreiche Erfüllen dieser Aufgabe. Um diese Rolle korrekt ausführen zu können, sind regelmäßige Mitarbeitergespräche unumgänglich. Egal ob Kritik-, Entwicklungs-, Zielvereinbarungs- oder generelle Feedbackgespräche: Kommunikation is King!
  5. Auch Fachmann oder Fachfrau sein gehört zu den Führungsaufgaben. Wenngleich die Fachkenntnis nie der alleinige Beweggrund sein sollte, um zur Führungskraft zu werden (die Fachkompetenz macht lediglich 7% der gesamten Führungskompetenz aus), muss eine Führungskraft auch das Fachwissen einbringen können, um die Entscheidungsfindung bestmöglich begleiten oder iniziieren zu können. Darüber hinaus hilft Fachwissen dabei, ein Vorbild für Mitarbeiter*innen zu sein.
  6. Zuletzt birgt auch die Rolle des Facilitators essenzielle Führungsaufgaben, um Individuen, Teams und letztendlich die gesamte Organisation zu befähigen. Die Führungsaufgabe des Facilitators ist es, schlechte Prozesse oder andere Barrieren, die das Team oder das Unternehmen behindern, aus dem Weg zu räumen. Kommunikation und Kooperation zwischen Teammitgliedern, Abteilungen, Projektgruppen usw. soll wieder ins Fließen gebracht werden. 

 

Wer nimmt Führungsaufgaben wahr?

 

Offensichtlich nehmen Führungskräfte Führungsaufgaben wahr. Doch auch Mitarbeiter*innen können ohne Probleme die genannten Führungsaufgaben der Führungsrollen wahrnehmen. Bis auf die Rolle des/der disziplinarischen Vorgesetzten kann jede Rolle auch von Teammitgliedern gelebt werden. 

In einem Unternehmen mit ausgeprägter Feedbackkultur ist das gegenseitige Coachen, Weiterentwickeln, Lehren und das gemeinsame Weiterentwickeln von Produkten, Prozessen und dem Miteinander sogar einer der größten Wettbewerbsvorteile. Diese Kultur ist jedoch eine Grundvoraussetzung hierfür, da ansonsten leicht Missverständnisse aufkommen können, die eher Missgunst, Misstrauen und ein Gegeneinander anfeuern können.

 

Fazit Führungsaufgaben

 

Ja ich weiß, ich habe dir die 11 wichtigsten Führungsaufgaben versprochen und dir ein paar mehr geliefert. Doch genau das ist ein zentraler Punkt des Ganzen: Führung ist zu komplex und wichtig, um sie auf einige wenige Punkte herunterzubrechen. 

Egal, ob du dir die 5 Führungsaufgaben nach Malik oder die Aufgaben der 6 Führungsrollen (oder am besten alles zusammen) zu Herzen nimmst: 

Der springende Punkt ist eine gehirngerechte, wertschätzende und zielführende Kommunikation, um die Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit von Mitarbeiter*innen zu fördern.

Wenn du deine Führungsrollen lebst und kommunizierst, wirst du jegliche Führungsaufgabe mit Bravour meistern.

DIe 11 wichtigsten Führungsaufgaben 1

TAM Executive Leadership Programm

Führung im digitalen Zeitalter
DIe 11 wichtigsten Führungsaufgaben 2

New Work Facilitator Ausbildung

Die Zukunft der Arbeit mitgestalten

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